Der Flughafenausbau des Flughafens Frankfurt ist beschlossene Sache. Die vorhandenen Kapazitäten in den Terminals 1 und 2 des Frankfurter FLughafens seien spätestens im Jahr 2020 erschöpft, teilte Fraport mit. Eine neue Baugenehmigung, nun für das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen ist nun von der Stadt Frankfurt erteilt worden. Genehmigt ist nach Auskunft von Fraport die erste Bauphase mit der Errichtung eines zentralen Terminalgebäudes mit zwei Flugsteigen für bis zu 14 Millionen Passagiere im Jahr, einem neuen Autobahnanschluss, der Verlängerung der flughafeninternen Bahn Sky Line sowie einer erweiterten Gepäckförderanlage. Das Echo auf den geplanten Ausbau ist geteilt. Gegner des Flughafenausbaus riefen am 20.06.2014 zu einer von vielen ausgedehnten Protestaktionen auf. Fluglärmgegner und Aktivisten von “Robin Wood” haben in einem Wald nahe dem Frankfurter Flughafen ein Protestcamp gegen den Bau von Terminal 3 errichtet. Mehr als 100 Montagsdemonstrationen haben die Fluglärmgegner schon am Frankfurter Flughafen veranstaltet. In den Ferien ist aber – wie immer – Pause. Dabei hat die Stadt Frankfurt in der vergangenen Woche die Baugenehmigung für das Terminal 3 erteilt. Die Flughafengegner haben am 26. Juli sogar hier eine “Lärmrundfahrt” durchgeführt. Die rund fünfstündige Bustour besuchte insgesamt neun Stationen, die im Zusammenhang mit dem Ausbau des Rhein-Main-Flughafens und dem damit einhergehenden Fluglärm über weiten Teiles des Ballungsgebietes stehen.

Bürgerinitiativen sprechen von Größenwahn

Dietrich Elsner vom Bündnis der Bürgerinitiativen gegen die Flughafenerweiterung nannte das Projekt Terminal 3 “größenwahnsinnig und raumunverträglich”. Wie er sieht auch die Initiative Zukunft Rhein-Main aus Kommunen des Rhein-Main-Gebiets die Voraussetzungen für die Baugenehmigung nicht erfüllt, weil für die nötige Infrastruktur keine Planungen vorlägen. Dabei verwiesen die Flughafen-Ausbaugegner auch auf ein Gutachten, dass die Zulässigkeit der Baugenehmigung aus ihrer Sicht in Frage stellen würde.

Kritiker bezweifeln ausserdem die Notwendigkeit des Terminal-3-Baus, weil die Zahl der Flugbewegungen am Frankfurter Flughafen entgegen der Prognosen von Fraport zurückgeht. Von 492.569 Flugbewegungen im Jahr 2007 auf 472.692 im Jahr 2013. Dazwischen lag 2011 die Eröffnung der neuen Nordwest-Landebahn. Die schwarz-grüne Landesregierung verlangt deshalb, die Notwendigkeit eines Ausbaus nochmals zu prüfen.

Was ist uns Mobilität wert?

Wir alle wollen gerne mobil sein. Das Drehkreuz Frankfurt ist zur Zeit das 3. größte Drehkreuz in Europa. Wir alle profitieren von einem kurzen Anfahrtsweg zum Flughafen, damit wir schnell und bequem in den Urlaub oder auf die Geschäftsreise kommen. Der Wirtschafts- und Bankenstandort Frankfurt profitiert ebenso von der guten Verkehrsanbindung in alle Welt. Ebenso profitieren wir vom Arbeitgeber Flughafen Frankfurt. Die Fraport AG und die Deutsche Lufthansa am Standort Frankfurt sind zwei der grössten Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet. Nicht nur direkt, auch indirekt. Unzählige Zuliefererfirmen, Dienstleister etc. leben am und profitieren vom Erfolg des Frankfurter Flughafens.

Fluglärm, Umweltverschmutzung

Im Gegensatz dazu stehen die Beeinträchtigungen, die ein solcher Flughafen mit sich bringt. Fluglärm, die Rodung von Wäldern, die Umweltverschmutzung durch die Abgase und die Tiere, deren Lebensraum ihnen genommen wird. Seit die Einflugrichtungen des Frankfurter Flughafens geändert wurden, sind nicht nur die Gemeinden Offenbach und Frankfurt vom Fluglärm betroffen, sondern auch Wiesbaden Mainz und weitere Gemeinden in Rheinland-Pfalz sind nun stark beeinträchtigt, Das Traurige daran ist, dass diese Gemeinden wohl am wenigsten von einem Flughafen profitieren. Unbestritten ist, und das beweisen nun auch studien beweisen, dass Fluglärm gesundheitsgefährdent ist.

Das Argument der Standortsicherung

Frankfurt ist das wichtigste Drehkreuz Deutschlands und größter Hub der deutschen Lufthansa. Hier steigen fast alle Fluggäste um, die mit Lufthansa und/oder Star Alliance einen Umsteigeflug gebucht haben. Der Flughafen Frankfurt muss konkurrenzfähig bleiben, so argumentieren die Flughafen-Befürworter. Wird der Standort Frankfurt nicht weiter ausgebaut, rücken Fluglinien vielleicht von Frankfurt ab und verlegen ihr Drehkreuz an einen anderen europäischen Flughafen. Ein Flughafenausbau und ein Nachtflug stehen damit einer weiteren Standortsicherung entgegen.

Mich würde interessieren, wie stehst Du dazu? Sollte der Flughafen Frankfurt weiter wettbewerbsfähig bleiben und ausgebaut werden?

Weitere Links:

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Rund-200-demonstrieren-gegen-neues-Terminal;art675,991211

http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=71831&key=standard_document_52668781
http://www.flughafen-bi.de/

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