Flugangst: Was für die Einen der Beginn einer spannenden Reise ist, ist für andere ein schier unterträgliches Gefühl: die Angst vorm Fliegen. Für viele Menschen ist Fliegen etwas Schönes: Es ist meist der Start einer aufregenden Reise und zumindest bei mir setzt das Urlaubsfeeling bereits am Flughafen ein. Was für mich spannend und aufregend ist, ist für viele fast unterträglich. Manch einer meidet aufgrund von panischer Flugangst Flugreisen sogar gänzlich.
Wer allerdings lieber noch ein bisschen mehr von der Welt entdecken möchte, als es einem mit dem Auto, mit der Bahn oder dem Schiff möglich ist, der kann etwas gegen die Flugangst tun.

Was tun gegen Flugangst?

Es gibt viele Möglichkeiten, das schlechte Gefühl, das bis zu Panickattacken reichen kann, zu bändigen. Medikamente z.B. unterdrücken allerdings nur die Symptome dieser Angst und nicht die Ursache, weswegen sie kein gutes Mittel gegen Flugangst sind. Das Wissen darüber, wie ein Flugzeug überhaupt fliegt und Kenntnis davon, wie hoch die Wartungszyklen von Flugzeugen und wie gut ausgebildet Piloten sind helfen gleichermassen gegen die Angst vorm Fliegen, wie die Tatsache zu realisieren, dass das Flugzeug das sicherste Verkehrsmittel der Welt ist. Beherzigt man dann noch den ein oder anderen Tip z.B. bei der Auswahl des geeigneten Fluges, wie man sich am besten auf einen Flug vorbereitet, welchen Sitzplatz man sich am besten reservieren sollte und was während des Fluges zu tun ist, so ist das schon mal eine gute Basis, die Angst vorm Fliegen langsam aber sicher in den Griff zu bekommen.

Die folgenden Tips stammen vom Autor des Buches “Brave Flyer”, Michael Salem, der wegen seiner Angst vorm fliegen zehn Jahre weigerte, in ein Flugzeug zu steigen, bis er für sich selbst diese Strategien entwickelte.

So kann man die Angst vorm Fliegen bezwingen:

  1. Achtung bei der Auswahl des Fluges
    Suchen Sie sich Ihre Flugreise mit Bedacht aus. Seit dem Internetzeitalter und den unzähligen Online-Buchungsportalen und Apps haben Sie fast grenzenlose Möglichkeiten, bei der Auswahl von Flugtag, Route, Airline und sogar des Flugzeugtyps. Nutzen Sie dies und suchen Sie sich einen möglichst guten Flug. Früher, in den 1990er Jahren, war man ausschliesslich auf das Reisebüro oder die Fluglinie angewiesen und hat in der Regel nur einen bestimmten Termin in eine bestimmte Destination angefragt, in der Hoffnung, es würde kein kleines Flugzeug sein, mit dem man fliegen muss.
    Heute kann man unzählige Flugbuchungsportale und Online-Reisebüros in einem breiten Angebot von Flügen durchstöbern und nach dem für seine Bedürnisse besten Flug Ausschau halten. Nutzen Sie dies und suchen Sie sich einen Flug mit möglichst wenig Umstiegen und einem möglichst grossen Fluggerät.
    Große Airlines fliegen gut frequentierte Reiseziele mit Flugzeugen wie Airbus A330, A340, A380, oder Boeing 737, 747, 767, 777 an.
  2. Früh genug an den Flughafen und die Zeit zum Flugzeuge beobachten nutzen
    Nehmen Sie sich die Zeit, ohne Zeitdruck am Flughafen anzukommen. Nutzen sie die Wartezeit dazu, das Treiben draussen auf dem Vorfeld genauestens zu studieren.
    Sieht man erst mal wie routiniert alle paar Minuten ein Flugzeug über den Taxiway Richtung Startbahn rollt, sich wie an einer Perlenkette von Flugzeugen einreiht, wartet und schliesslich abhebt, bekommt man schnell den Eindruck, die routiniert die Abläufe auf einem Flughafen vor sich gehen. Schauen Sie den startenden Flugzeugen hinterher bis sie kaum mehr am Himmel zu erkennen sind und stellen Sie sich vor, sie wären an Board.Führen Sie sich vor Augen, wie nervös sie sind, wenn Sie sich in diesem Flugzeug befinden, mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Flugzeuge in die Wolken förmlich ziehen und stellen Sie sich die Geräusche vor, die dabei entstehen und das Ruckeln das diese begleitet. Und nun denken Sie nochmal darüber nach (während alle paar Minuten wieder ein Flugzeug startet), wie kontrolliert das von Statten geht. Wiederholen Sie beim Beobachten jedes Flugzeuges das Umschalten zwischen diesen beiden unterschiedlichen Rollen: Des Beobachters und des Passagiers, der sich gerade im startenden Flugzeug befindet. Und dann nehmen Sie sich vor, dasselbe zu tun, wenn Sie im startenden Flugzeug sind: Wechseln Sie die Rollen und stellen sich vor, wie es ist, das startende Flugzeug aus der Wartehalle zu
    beobachten.
  3. Den richtigen Sitzplatz wählen
    Sollten Sie nicht zu denen gehören, die in der Business- oder sogar First-Class fliegen dürfen, so wird Ihnen der Platz in der Economy nicht sehr viel Beinfreiheit bieten. Die meisten Menschen mit Flugangst fühlen sich in einer beengten Sitzposition noch schlechter. Versuchen Sie sich eine der ersten Reihen zu ergattern, oder noch viel besser einen Platz am Notausgang (exit seat). Auch wenn man bei manchen Airlines mittlerweile einen kleinen Aufpreis zahlt. Er lohnt sich. Ein Gangplatz ist ebenfalls sehr zu empfehlen, hier hat man etwas mehr Platz gegenüber einem Fensterplatz oder in der Mitte.
  4. Früh aufstehen
    Einige Menschen würden erwarten, dass man ausgeruht zum Flug gehen sollte. Ist das allerdings so, heisst das, man ist über den gesamten Flug hellwach.
    Ein Tip ist, so wenig wie möglich schlaf vorm Flug zu haben: Das erhöht die Chance, sich während des Fluges zu entspannen und womöglich sogar ein kleines Nickerchen machen zu können und sich somit die Flugdauer kürzer zu gestalten.
  5. Rechnen Sie mit unbekannten Geräuschen
    Während eines jeden Fluges kommt es zu fremdartigen Geräuschen, beispielweise die Bewegung der Flügel. Bedenken Sie, dass jede Maschine Geräusche macht, egal ob Geschirrspüler, Waschmaschine, Mixer oder Auto: Erwarten Sie etwa, ein Flugzeug macht keine? Diese Geräusche sind vollkommen normal. Es würde wohl eher verwundern, wenn ein Flugzeug keine Maschinenmässigen Geräusche machen würde, oder? Da Sie auch nicht über die Fachkenntnisse verfügen, welche Geräusche nun normal, und welche für ein Flugzeug ungewöhnlich sind, sollten Sie generell erwarten, dass diese Geräusche für ein Flugzeug normal sind,
    vorausgesetzt, Sie werden nicht (was bestimmt fast nie vorkommt!) von einem Fachmann eines besseren belehrt.
  6. Schalten Sie das Motorengeräusch ab
    Nein, nicht dem Piloten befehlen, die Motoren abzustellen, unterdrücken Sie die Geräuschkulisse im Flieger! Viele Menschen mit Flugangst werden während des Fluges sehr geräuschempfindlich und befürchten irgendwelche Schlüsse aus Geräuschen ziehen zu müssen, die auf Lebensbedrohende Gefahren hinweisen könnten.
    Die beste Lösung ist: Ablenkung und möglichst keine Geräusche zu registrieren. Der einfachste Weg, Geräusche wirkungsvoll zu unterdrücken sind geräuschunterdrückende Kopfhörer. Sobald der Kapitän die Erlaubnis gibt, elektronische Geräte einschalten zu dürfen, legen Sie sich ihre Lieblingsmusik auf die Ohren, lehnen sich zurück und schliessen die Augen.
  7. Beobachten Sie die Crew
    Sehen Sie sich die Besatzung im Flugzeug an, wie sie höflich lächelnd ihre Arbeit, die ihnen sichtlich Spaß zu machen scheint, verrichten. Offensichtlich ist alles in Ordnung und wird auch so bleiben – denn sonst würden diese geschulten Crewmitglieder Sie bereits längst dazu auffordern die Maschine zu verlassen!
  8. Sprechen Sie mit dem Kapitän vorm einsteigen
    Sollten Sie die Möglichkeit haben, mit einem Piloten zu sprechen, dann nutzen Sie sie. Halten Sie Ausschau nach dem Piloten, der Ihre Maschine fliegen wird.
    Gewöhnlich geht die Crew ebenfalls über den selben Ausgang von der Abfertigungshalle an Board. Piloten sind in der Regel sehr verständnisvoll und nehmen sich gerne Zeit, Fragen zu beantworten. Sagen Sie ihm, dass Sie Passagier auf seinem Flug sind und teilen Sie ihm mit, dass Sie Flugangst haben. Sagen Sie ihm, was Ihnen während des Fluges am meisten Angst bereitet (die fremden Geräusche, Luftlöcher, etc.) – viele Piloten reagieren darauf und erklären Ihnen, wie es zu den Geräuschen kommt und was die Gründe für beispielweise ein leichtes Absacken der Maschine sind. Es ist beruhigend, wenn man sich die Gründe von einem erfahrenen Piloten erklären lässt. Piloten sind zudem sehr pragmatische Menschen – sie durchlaufen ein umfangreiches Auswahlverfahren – und können dadurch Ihre offenen Fragen in der Regel ruhig und stichhaltig erklären.
  9. Kalkulieren Sie Turbulenzen und Luftlöcher ein
    Der größte Alptraum für einen verängstigen Fluggast sind Turbulenzen während des Fluges. Tatsache ist, dass Flugzeuge aufgrund von Turbulenzen nicht kaputt gehen. Denken Sie daran, dass der Pilot im Fall von Turbulenzen einzig und allein deswegen die Signale zum Schliessen des Gurtes (fasten your seat belt) anschaltet, damit nicht ihr Sitznachbar aufgrund eines Luftloches auf Sie fällt! Generell sollte man aufgrund dieser Tatsache sowieso möglichst während des gesamten Fluges den Gurt geschlossen halten. Meistens setzt der Pilot die Passagaiere auch in Kenntnis, wenn er aufgrund von Turbulenzen einen Umweg macht oder die Höhe ändert, dass das nicht zur Vermeidung eines Desasters gemacht wird, sondern um Ihnen den Flug angenehmer zu gestalten.
  10. Suchen sie nach ruhigen Routen
    Das Internet bietet ausserdem neben vielen Möglichkeiten, Flüge zu buchen, auch Informationen über zu erwartende Turbulenzen.
    Man kann genauestens heruasfinden, auf welchen Flugrouten man gewöhnlich mit wenig bis keinen Turbulenzen rechnen kann.
    Und meiden Sie die Routen, wo man mit Turbulenzen rechnen muss, wie beispielsweise Gegenden mit vielen Stürmen.
    http://www.turbulenceforecast.com
  11. Finden Sie Möglichkeiten, sich abzulenken
    um den Flug so kurzweilig wie möglich zu gestalten, sollten Sie für Ablenkung sorgen. Ob ein interessantes Buch, die Lieblingszeitschrift, ein Spiel auf dem iPad oder ein Reise-Brettspiel, lenken Sie sich ab. Wenn Sie während des gesamten Fluges jede Minute damit verbringen, über den Flug nachzudenken, kommt Ihnen womöglich jede Minute wie eine Stunde vor. Aber zwingen Sie sich nicht, sich während Luftlöchtern krampfhaft weiter zu beschäftigen: Es könnte sie in dieser Situation nur noch unruhiger machen!
  12. Denken Sie nicht über den Start nach
    Wieso denken Sie immer über den Start nach? Je mehr man daran denkt, ums mehr spinnt man sich szenarien vor, die die Angst vorm Fliegen noch verstärken.
    Denken Sie an alles, aber nicht über den Flug an sich. Machen Sie sich frei und lenken Sie sich ab!
  13. Fliegen sie oft
    Je öfter man etwas tut, vor dem man Angst hat, desto mehr schwindet die Angst davor, weil daraus Routine wird. Es gibt übrigens viele Menschen, die nicht gerne fliegen oder manchmal ein ungutes Gefühl haben. Aber die panische Angst schwindet und man kann damit umgehen. Fliegen Sie, so oft es Ihnen möglich ist, und die Angst wird in der Regel nachlassen. Und ein schöner, nicht unwesentlicher Nebeneffekt sind all die schönen Orte, die Sie bereisen werden, zu denen man nun mal meist nur mit einem Flugzeug hinkommt.
    1. Guten Flug!

      Quelle: http://www.news.com.au/travel/travel-advisor/how-to-overcome-a-fear-of-flying/story-fn6yjmoc-1226596357072

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