Bei Urlaubsreisen ins Ausland gehören häufig verschreibungspflichtige Arzneimittel ins Gepäck. Bei der Verordnung und beim Transport von Verschreibungspflichtigen Medikamenten über Grenzen hinweg sind allerdings vorab einige Regeln zu beachten, so schreibt es das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Keine Dauerverordnungen

Bei kurzen Urlaubsaufenthalten im Ausland ist der Patient mit dem üblichen Quartalsbedarf seiner Arzneimittel versorgt. Bei längeren Aufenthalten im Ausland ist eine Verordnung der Arzneimittel über den Zeitraum jedoch nicht möglich. Denn der Anspruch auf Leistungen ruht, wenn sich gesetzlich Versicherte lange im Ausland aufhalten. So ist es in Paragraph 16 des Sozialgesetzbuches V geregelt. Wie lange ein Auslandsaufenthalt sein darf, ist aber nicht eindeutig fixiert. Faustregel: Wenn der Aufenthalt nicht mehr den Charakter einer Reise oder eines Urlaubs hat und der Patient für einen längeren Zeitraum im Ausland lebt, muss die Versorgung mit Arzneimitteln auch am Zielort sichergestellt werden.

Bedarf bescheinigen

Wenn im Urlaub größere Mengen Arzneimittel für den persönlichen Gebrauch mitgeführt werden müssen, sollte der Hausarzt unbedingt den Bedarf für diese Medikamente bescheinigen! Die Bescheinigung über den Bedarf an Medikamenten sollte am besten in englischer Sprache verfasst sein. Hierauf weist auch das Auswärtige Amt hin. Eine verbindliche Auskunft zur Mitnahme, respektive der Einfuhr von Arzneimitteln kann nur die jeweilige Botschaft des Ziellandes geben. Betäubungsmittel (BtM) können ebenfalls in einer der Reisedauer angemessenen Menge mit auf Reisen genommen werden. Bei Reisen in Staaten des Schengener Abkommens müssen Patienten allerdings für jedes mitgeführte BtM eine vom Arzt ausgefüllte Bescheinigung vorweisen, die vor Antritt der Reise durch die oberste Landesgesundheitsbehörde oder durch eine Beauftragte Stelle (zum Beispiel das örtliche Gesundheitsamt) beglaubigt wurde. Vordrucke für die Bescheinigung stellt die Bundesopiumstelle zur Verfügung. Bei Reisen in Länder außerhalb des Schengener Abkommens rät die Bundesopiumstelle nach dem Leitfaden für Reisende des Internationalen Suchtstoffkontrollamtes (INCB) zu verfahren. Der Patient sollte sich eine mehrsprachige Bescheinigung ausstellen lassen, welche Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise enthält. Diese Bescheinigung ist ebenfalls durch die die oberste Landesgesundheitsbehörde oder eine von ihr beauftragte Stelle zu beglaubigen und bei der Reise mitzuführen. In Zweifelsfällen sollte der Patient sich auch hier bei der jeweiligen Botschaft des Reiselandes erkundigen.

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