Wer sich in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh aufhält und an Kultur interessiert ist, sei hier ein besonderer Tipp verraten. Seit ihrer Gründung im Jahre 1994 widmet sich die lokale Organisation Sovanna Phum (auf deutsch: Goldene Ära) der Bewahrung und Weitergabe heimischer Kultur. Zu dieser gehört neben traditionellen Tänzen auch das Schattenpuppentheater, in dem die Akteure kunstvolle, aus Leder gearbeitete und an Stöcken befestigte Figuren zur Darstellung nationaler Folklore verwenden. Von Scheinwerfern angestrahlt, werfen die Figuren prächtige Silhouetten an den Vorhang.

Die Herstellung der Puppen ist eine arbeitsintensive Angelegenheit. Zuerst wird die Tierhaut abgeschabt, gegerbt und getrocknet. Auf das derart vorbereitete Leder wird eine Papierschablone als Stanzvorlage befestigt. Nun werden die Löcher und Aussparungen mit Hilfe feiner Meißel und eines Hammers vorsichtig aus dem Leder ausgestanzt. Für eine große Figur dauert dies viele Stunden, auch wenn die Arbeiter geübt sind und die Arbeit mit flinken Händen vonstatten geht. Die Motive reichen dabei von Tieren und Menschengestalten bis hin zu dämonenartigen Wesen der asiatischen Mythologie. Zum Schluss wird die gesamte Figur aus dem Leder getrennt und mit Farben bemalt, danach an Holzstangen befestigt. Beeindruckend die reichen Verzierungen mancher Motive.

Vorführungen der jungen und ambitionierten Kulturgruppe gibt es zweimal wöchentlich im eigenen Theater. Wer möchte, kann auch selbst lernen, wie eine Schattenpuppe hergestellt wird, oder wenigstens eine käuflich erwerben, um ein dekoratives Souvenir nach Hause mitzunehmen.

Weitere Informationen zum Puppentheater in Indochina gibt es auf Comedian Traveller.

Pin It on Pinterest

Share This

Gefällt dir dieser Beitrag?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!