So oder so ähnlich werden jährlich hunderte, wenn nicht sogar tausende Touristen besonders auf den Kanarischen Inseln angesprochen. Man befindet sich bestens gelaunt in Urlaubsstimmung und viele sind von dieser Stimmung geprägt, gerne geneigt seine zukünftigen Ferien ebenfalls hier zu verbringen und manche spielen mit dem Gedanken, Eigentum zuzulegen. Und genau da setzen die Timesharing Vermarkter an:  Sie sprechen in der Regel deutsche Urlauber in den Ferien an und laden sie auf ein unverbindliches Informationsgespräch ein. Die Informationsveranstaltung hat meistens Kaffee-Fahrt-Charakter: Es gibt einen Ausflug, etwas zu Essen, was zu gewinnen und meistens Musik. Als wir auf einer Timesharing Veranstaltung waren trat ein abgehalfterter Schlager Fuzzy auf, das Essen war schlecht und man durfte sogar während der anschliessenden Verkaufsveranstaltung nicht mal den Raum verlassen! Dann wurden in bekannter Kaffeefahrt-Manier die Leute bearbeitet und zur Vertragungsunterzeichnung “überzeugt”.

Timesharing: Was ist das eigentlich?

Die Verbraucherzentrale schreibt hierzu: “Beim Timesharing wird das Recht verkauft, für eine bestimmte Zeit im Jahr ein voll ausgestattetes Appartement in einer Ferienanlage oder einem Hotel während des Urlaubs bewohnen zu dürfen. Dieses Feriennutzungsrecht wird vertraglich für einen Zeitraum von mindestens mehr als einem Jahr bis zu 99 Jahren oder auch zeitlich unbegrenzt übertragen. Der Urlauber zahlt bei Vertragsbeginn einmalig einen Betrag, der je nach Laufzeit des Vertrages und saisonbedingt zwischen 2500 Euro und 25 000 Euro betragen, manchmal aber auch darüber liegen kann.” Die Verbraucherschützer stehen dem Timesharing kritisch gegenüber. Das Modell sei zwar nicht grundsätzlich unseriös, so ein Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Potenziellen Käufern rät dieser aber zur Wachsamkeit.

Den Urlaub immer am selben Ort verbringen? Das sollte man sich überlegen!

“Das Angebot sollte man in Ruhe durchrechnen und sich auch überlegen, ob man tatsächlich immer am selben Ort Urlaub machen möchte”, so der Verbraucherschützer. Das Timesharing berge zudem finanzielle Risiken und sei nicht grundsätzlich eine günstige Alternative beispielsweise zur Pauschalreise. Als schlicht unwahr bewertet die Verbraucherzentrale die Werbemasche, wonach Timesharing eine gute Geldanlage sei. Ein Wiederverkauf von Feriennutzungsrechten sei für Standardanlagen entweder überhaupt nicht oder nur unter erheblichen finanziellen Verlusten möglich. Zudem könnten die Kosten für die Instandhaltung einer Ferienanlage erheblich sein. Wer aus einem abgeschlossenen Timesharing-Vertrag wieder heraus will, hat dank einer seit 2009 gültigen Richtlinie der Europäischen Union inzwischen zumindest bessere Karten. Mit der Richtlinie wurde der Verbraucherschutz bei Urlaubswohnrechten in allen EU-Mitgliedsstaaten gestärkt. Demnach können beispielsweise Timesharing-Verträge ab einer Laufzeit von mehr als einem Jahr innerhalb von zwei Wochen nach Aushändigung der Vertragsurkunde ohne Angabe von Gründen widerrufen werden.

Weitere Informationen zu Timesharing und Tipps was man tun kann findet man beim europäischen Verbraucherzentrum und bei den Verbraucherzentralen unter folgenden Links:

http://www.eu-verbraucher.de/de/verbraucherthemen/reisen-in-der-eu/timesharing-und-ferienclubs
http://www.verbraucher.de/Time-Sharing-Urlaub

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