Weniger ist mehr. Wir alle nehmen, trotz immer enger werdendem Freigepäck meist zuviel Gepäck mit in den Urlaub. Wer mit dem Rucksack auf reisen geht, hat naturgemäß sowieso nur begrenzt Platz. Dieser sollte daher gut ausgenutzt werden und das Gepäck so gepackt werden, dass man wenig zu tragen hat, wenig unterwegs verliert und flexibel ist. Sind die Habseligkeiten dann so verteilt, dass man zumindest ein paar Tage über die Runden kommt, wenn das aufgegebene Gepäck zu spät oder gar nicht kommt und man trotzdem weiter reisen kann, hat man alles richtig gemacht.

Auf Rucksack-Reisen habe ich 2 Rucksäcke mit. Einen großen, den ich beim Fliegen aufgebe und einen kleinen Rucksack, der mir als Handgepäck im Flieger und als Daypack auf Tagesreisen dient. In diesem Daypack habe ich während dem Reisen meine Wertsachen. Während mein großer Rucksack nur meine Kleidung, Kulturbeutel, Reiseführer etc. beinhaltet und auf dem Rücken ist, habe ich den kleinen Rucksack vorne umgehängt. So habe ich diesen ständig im Blick und meine Hände frei.

Nicht immer hat man die Möglichkeit, seine Wertsachen sicher in der Unterkunft aufbewahren zu können. In den meisten Fällen ist man als Backpacker in Hotels untergebracht, in denen es einen sicheren Safe im Zimmer gibt. Wertsachen sollten also im leichten Daypack immer mit auf Ausflüge genommen werden können. Packe deswegen nur soviel Wertvolles ein, wie Du auch auf Tagestrips mit dir herumtragen kannst und möchtest.

Diese Liste wird fortlaufend gepflegt. Vielleicht hast Du noch weitere Tipps, die Du mit uns teilen möchtest?

Insgesamt solltest du nur mitnehmen, was du wirklich auch mit dir tragen kannst. Alles, was du nicht selber zu zu Fuß zum Flieger kriegst, ist zuviel!

Mein Ziel ist es, so leicht wie möglich zu packen und trotzdem nichts Wichtiges zu vergessen. Hier ist eine kleine Packliste für den kleinen Rucksack als Handgepäck:

Daypack bzw. Handgepäckstück

  • Dokumente: Ich habe ein Mäppchen, indem sich Reisedokumente, Kreditkarten, Impfpass, Reisepass, Devisen, Notfall-Telefonnummern, etc. befinden.
  • Smartphone, Ladegerät
  • Kamera, Ladegerät
  • USB-Stick mit scans vom Reisepass, Führerschein, E-Ticket und sonstigen Buchungen. Alternativ dazu kann man die Dokumenten-Scans auch im Email-Postfach als Entwurf speichern, solange man von überall online Zugriff darauf hat hat. Oder man schickt sich diese Dokumente einfach selbst. (hier könnte man noch über Verschlüsselung nachdenken!)
  • Deo-Spray
  • Zahnbürste/Zahnpasta
  • 1 T-Shirt
  • Ersatz-Schuhe (Habe ich Flip-Fops an, so befinden sich im Tagesrucksack noch ein Paar geschlossene Schuhe. Oder umgekehrt.)
  • 1 Paar Socken
  • 2 Unterhosen
  • Badehose
  • Notizblock, Stift
  • Reiseführer oder Buch

Geht der aufgegebene Koffer unterwegs verloren oder kommt verspätet, habe ich zumindest Wechselwäsche und meine Wertsachen zur Hand. Alles andere wird von der Fluggesellschaft nachgeliefert, bei Verlust z.T. ersetzt, oder über eine mögliche Reisegepäckversicherung (z.B. in manchen Kreditkarten inkludiert) abgewickelt. Zumindest kann ich weiterreisen, da die wichtigsten Sachen, wie Dokumente, Pässe, Kreditkarten noch vorhanden sind. Hier hilft die einfache Frage “Kann ich mit dem, was ich im Handgepäck habe meine Reise fortführen?”

Aufgegebenes Gepäck bzw. der große Rucksack

Beim großen Rucksack trifft nicht jeder der folgenden Packtipps auf jeden zu. Das ist eine lose Sammlung an Tipps, aus der man sich das für sich selbst Passende nutzen kann.

Wichtig bei allem, das man mitnehmen möchte, ist die Frage, ob man es braucht. Brauche ich es? Muss oder möchte ich es dabei haben und die wichtigere Frage ist “möchte ich es mit mir rumschleppen?” Es gibt wirklich wenig, das man unbedingt auf einer Rucksackreise braucht. Dann kommen Sachen, die man unbedingt dabei haben möchte und dann gibt es Sachen, bei denen sich bei der letzten Frage herausstellt, dass es zwar ein nice-to-have ist, aber nicht zwingend notwendig und man schon gar nicht 4 Wochen lang mit sich herum tragen möchte.

Kleidung: Was muss meine Kleidung können? Ich sollte etwas dabei haben, das auf einer möglichen Einladung von Einheimischen den Sitten und Gebrächen entspricht. Es muss kein Anzug sein, aber ausser Schlabber-Strand-Sachen sollte man auch etwas Besseres dabei haben. Oft reicht eine nicht zerissene Jeans und ein Hemd. Schwarz sieht meistens gut aus und übersteht auch so manchen Fleck besser als helle Farben.

Lange leichte Baumwollhemden helfen gegen Mückenstiche am Abend. Ebenso sollte man eine leichte Linenhose mit dabei haben. Das ist der beste Schutz gegen Malaria, und dazu noch ganz ohne Medikamente.

Lege dir die Kleidung raus, die du vor hast mitzunehmen. Danach sortierst du die Sachen raus, die du nicht unbedingt brauchst.

“Rei-in-der-Tube” oder ein anderes Waschmittel aus der Tube sollte man im Rucksack haben.

Achte darauf, dass du über angepasste Kleidung verfügst. Das heisst, sowohl klimatisch, als auch den Sitten des jeweiligen Ziellandes entsprechend. In bhuddistischen oder muslimischen Ländern sollten gelten kurze Hosen bei Männern z.T. als kindlich. Ebenso sollten Frauen Oberteile mit auf Reisen haben, die die Oberarme und Schultern bedecken. Offenes Schuhwerk ist ebenso nicht überall angebracht. Oft sehe ich Schuhe, die aussen am Rucksack gebunden baumeln. In Ländern wie Thailand ist das eine Beleidigung. Man zeigt nicht mit den Schuhsohlen auf Bhuddas, Mönche oder Mitmenschen! Die Do’s und Dont’s kann man in jedem Reiseführer nachschlagen.

Passendes Ladegerät bzw. Adapterstecker für Kamera, Handy usw.? Hier kannst Du nachschauen, welches Du in welchem benötigst.

Denke über Sinn und Unsinn von Elektronik nach. Brauchst du wirklich einen Laptop? Denke auch daran, was passiert, wenn du ihn gestohlen bekommst, oder er abhanden kommt oder kaputt geht. Befindet sich dein halbes Leben auf dem Teil, soltest Du ihn besser zu Hause lassen. Beim Zweitgerät sollte man sich die Frage stellen, wofür man ihn braucht. Die meisten Dinge lassen sich auch mit dem Smartphone erledigen, und das sogar ohne W-Lan, nur mit einer örtlichen Sim-Karte oder im Notfall mit der eigenen via Roaming. Für alles andere gibt es Internet-Cafés oder Bars, Hostels etc, in denen es Internetfähige Rechner oder WLAN gibt.

Einen Regenschirm oder Regencape ist unersetzlich, nicht nur, aber gerade auch in (Sub-)Tropischen Gebieten.

Die meisten Pflegeprodukte bekommst du auch im Zielland. Informiere dich, was die Sachen dort kosten. Ist es im Zielland sogar günstiger als zu Hause, brauchst du es nicht mitzunehmen.

Um Dinge im Rucksack zu bündeln, oder den Rest des Gepäcks vor Auslaufen, Verschmutzung etc zu schützen eigenen sich Zipper-Bags. Diese Plastikbeutel bekommt man in jedem Drogeriemarkt.

Packe hochwertige Materialien ein: Mit hochwertigen Materialien meine ich Sachen, die schnell trocknen. Man sollte seine Kleidung waschen und schnell trocknen können. Reine Baumwolle z.B. braucht sehr lange zum trocknen. Wer feuchte Sachen schon mal im Rucksack auf einer Reise hatte, weiß was einen erwartet: es fängt ungeheuer an zu muffeln.

Während der Reise

  • Auf dem Weg zum Flughafen, vom Flughafen etc. reist es sich bequemer mit leeren Hosentaschen. Münzgeld, Feuerzeuge etc. sollten ins Gepäck. Spätestens bei der Sicherheitskontrolle muss man alles auspacken. Ausserdem sitzt es sich bequemer mit leichten Taschen und rausfallen kann auch nichts. Geldbeutel immer in die vorderen Taschen packen.
  • Die Liste mit Notfall-Telefonnummern und Kopien deiner Reisedokumente (die Du im USB-Stick mit dir trägst oder auf einem Email-Postfach als Entwurf gespeichert hast und auf das du von überall online Zugriff hast) solltest du ebenfalls bei einem Familienmitglied hinterlassen. Im Notfall, wenn alles weg sein sollte, oder Du dich in einer Ausnahmesituation befindest, kann dieser mit deinen Reisedokumenten aushelfen oder deine Karten sperren.
  • Sei pünktlich am Flughafen. Das vermeidet Stress. Plane ebenso rechtzeitig den Weg zum Flughafen. Gibt es eine Rush hour? Wer schon mal zur Rush hour in Bangkok am Skytrain Richtung Flughafen stand, weiß wovon ich spreche! Auf Domestic Flights/Inlandsflügen sollte man 2 Stunde vor Abflug da sein. Bei Internationalen Flügen sogar 3 Stunden. So hat man lieber noch Zeit für ein Getränk oder die Suche nach einer Zeitschrift oder Buch, statt gestresst zum Flieger zu kommen.
  • Nimm Dir nicht zuviel vor und bleibe flexibel. Die meisten Tipps und Ziele erfährt man während der Reise und nicht davor. Wäre doch schade, wenn man das verpasst, weil der Großteil der Zeit auf der Reise schon verplant ist?
  • Nimm dir Zeit für Land und Leute und lächle. Ein Lächeln ist international und sagt mehr als tausend Worte. Glaube mir uns versuche es!
  • Nimm nicht nur die Touri-Ziele: Die meisten coolen Activities findet man vor Ort durch Locals oder andere Touristen. Halte Augen und Ohren offen, wenn Dir ein Toursit oder Local unterwegs etwas vorschlägt.
  • Für den Sicherheitscheck am Flughafen sollte man vorbereitet sein: Dafür eignet sich Schuhwerk, das man leicht aus- und wieder anziehen kann. Ebenso sollte man keine Messer, Feuerzeuge oder Münzen einstecken haben. Wenn man nicht unbedingt einen Gürtel braucht, sollte der auch in den Koffer. Flüssigkeiten im Handgepäck sollten am besten greifbar oben im Handgepäck-Rucksack sein. Das erspart aufwändiges Suchen bei der Sicherheitskontrolle.
  • Teile deine Kreditkarten auf und trage nicht alles Devisen an einer Stelle mit dir herum. Einen Schein Bargeld und eine Kreditkarte sind in der Hosentasche leicht zu transportieren. Es gibt ausserdem Geldgürtel, die Sicherheit vor Diebstahl bieten.
  • Die Wertsachen, vor allen Dingen Bargeld und Kreditkarten sollte man nicht immer gemeinsam aufbewahren. Kann man einen Teil der Kreditkarten nicht sicher im Hotelzimmer oder Bungalow lassen, so sollte man sie nicht alle an einem Ort, z.B. Daypack mit sich führen. Besser man teilt sie auf in Hosentasche (vorn!), Geldgürtel und Daypack.
  • Morgenstund hat Gold im Mund: Früh aufstehen ist in heissen Gefilden Gold wert. Meist sind die Temperaturen in den frühen Morgenstunden noch moderat, während es später umso heisser wird. Wer da schon unterwegs ist, weiß das zu schätzen.
  • Habe Vertrauen: Ansonsten gilt für mich das Motto: Der Großteil der Menschen ist freundlich und offen. Die Wenigsten sind böse. Also habe Vertrauen und sei aufgeschlossen zu den Einheimischen. Die meisten Völker sind sehr interessiert an Fremden, interessieren sich für deine Herkunft, deinen Job, dein Zuhause und mehr. Oft erhält man sogar Einladungen von Einheimischen, in denen man meist mehr über deren Kultur, Lebensart erfährt, als über Reiseführer.

Hast Du auch unverzichtbare Tipps, die hier fehlen? Dann lasse es mich wissen!

Pin It on Pinterest

Share This

Gefällt dir dieser Beitrag?

Dann teile ihn mit deinen Freunden!