Haustiere mit in den Urlaub nehmen – man kann sich jetzt darüber streiten, ob es sinnvoll ist, wegen 14 Tagen Mallorca sein Haustier diesem Stress auszusetzen.

Transport von Tieren im Flugzeug. Ist das möglich?

Grundsätzlich ist es möglich, Haustiere im Flugzeug zu transportieren. Es gibt 2 unterschiedliche Möglichkeiten, Tiere mit auf eine Flugreise zu nehmen: Entweder das Tier kommt mit dem Passagier in die Kabine (“Pet in Cabin/PETC”: das Mitführen eines Haustieres im Passagierraum) oder im aber der Transport des Tieres im Frachtraum. Für beide Transportvarianten musss das Haustier in eine Transportbox. Hier die wichtigsten Informationen:

Pet in Cabin: Tiertransport während des Fluges in der Passagierkabine mit Begleitperson

Hunde und Katzen bis ca. 5 – 6 kg (bei einigen Fluggesellschaften auch geringfügig mehr, u.a. bei Lufthansa z.Zt. 8 kg) inkl. Transportbehälter bzw. Flugtasche, dürfen in einem wasserdichten luftdurchlässigen Transportbehältnis in den handgepäcküblichen Maßen 55x40x20 cm mit in die Kabine und müssen während des Fluges darin bleiben. Unterbringung des Tieres erfolgt im Fußraum Ihres Sitzes. Je nach Airline können die Maßangaben der Tier-Transportbox abweichen oder beinhalten (z.B. bei Air France, Swiss) vernünftigerweise lediglich die Vorschrift von max. 115 cm Umfang (L+B+H bzw. Tiefe), was insgesamt den o.a. Maßen entspricht. Man wird nicht mit dem Millimetermaß nachmessen, aber das Tier wird man sehen wollen. Nachfolgende Angaben zur Orientierung (unter Vorbehalt daß z.B. “Billigflieger” oft nicht IATA-Mitglied sind und geringere Sitzabstände haben können): Haustiere in der Kabine sollten rechtzeitig bei der Fluggesellschaft angemeldet werden. Abfertigung erfolgt am Schalter, online check-in ist in der Regel nicht möglich.
Achtung: Vermeiden Sie bei der Flugbuchung stark frequentierte Flugzeiten. Wenn Sie einen Sitzplatz vorreservieren können: tun Sie das, auch wenn es mit Mehrkosten verbunden ist. Die am dichtesten besetzten Plätze sind vorn und in der Mitte, am ungestörtesten für Sie und das Tier ist ein Fensterplatz möglichst weit hinten.

Cargo: Unbegleitete Tiere im Frachtraum

Alle unbegleiteten Tiere (“Cargo”) sowie begleitete, größere und schwerere Hunde und Katzen reisen im klimatisierten Gepäckraum in speziellen Flug-Transportboxen, die den IATA Live Animal Regulations entsprechen müssen. S. auch Condor und Flugboxen
Hamster, Meerschweinchen, Hasen, Kaninchen, Vögel und andere kleine Haustiere wie Geckos o.ä.: Die meisten Fluggesellschaften transportieren aus Sicherheitsgründen in der Fluggastkabine nur Hunde oder Katzen. Ausnahmen sind abhängig von der Fluggesellschaft, beispielsweise bei Flügen innerhalb USA. Für einen längeren Aufenthalt oder Umzug ins außereuropäische Ausland empfiehlt sich zur Organisation eines sicheren Flugtransports für alle Tierarten (auch “exotische” Tiere), die Beratung und Dienste eines erfahrenen Pet Air Service in Anspruch zu nehmen. Ein renommieter Anbieter für den Transport von Tieren im Flugzeug ist Pet Air. Insbesondere bei Umzügen ist Pet Air für den Transport von Haustieren zu empfehlen.

Cargo (“Luftfracht”) ist ein Logistiksystem der Linienfluggesellschaften, unabhängig vom Passagiergepäck und in der Regel mit eigener Preisgestaltung.
Asiatische Fluggesellschaften, Air Canada, Qantas, Air New Zealand, Emirates u.a. befördern Tiere ausschließlich als “Cargo” im Frachtraum. Auch einige Länder wie z.B. Australien erlauben behördlicherseits die Einreise von Haustieren nur in dieser Form (Ausnahme: ausgebildete Diensthunde wie z.B. Blindenhunde mit Zertifikat). Linienfluggesellschaften haben stets eine eigene Cargo-Abteilung, die für Preisauskünfte, Reservierung und Abwicklung zuständig ist, sofern das Tier im Frachtraum befördert werden muß. Rein touristisch orientierte Fluggesellschaften (Charter oder Low Coast Carrier), die vornehmlich im Passagierdienst tätig sind und daher keine Cargo-Abteilung unterhalten, können deshalb keine Tiere in die Länder (z.B. nach Südafrika oder Dubai) mitnehmen, die seitens der Behörden Cargo-Transport vorschreiben.

Unbegleite Tiere im Flugzeug

Wählen Sie diese Option nur, wenn es absolut unerläßlich ist und eine Vertrauensperson das Tier persönlich zum Flughafen bringen und bei Ankunft abholen kann! Lassen Sie sich keinen jungen Rehpinscher aus Australien schicken oder Tiere über Internetkauf zusenden. Das ist nicht nur Tierquälerei, sondern wird sich im sozialen Verhalten des Tieres rächen!

Zuständig für alle Art Auskünfte ist nicht die Reservierungsabteilung / Callcenter, sondern stets die Cargo-Abteilung der jeweiligen Fluggesellschaft (Info und Kontakt s. “Liste der Fluggesellschaften”). Wir empfehlen dringend, auf eine zuverlässige Airline zu achten und soweit irgend möglich Nonstop-Verbindungen (denken Sie an Transferzeiten von mind. 2 Std., die so manches Tier schon ungeschützt auf dem Rollfeld verbringen mußte, oder die Odyssee mancher Koffer, die beim Umladen vergessen wurden!) zu wählen.

Transport-Voraussetzung eines unbegleiteten Tieres im Frachtraum des Flugzeuges sind die Einhaltung der Reisebestimmungen des jeweiligen Landes und der IATA-Bestimmungen im Rahmen der Tierschutzgesetze* (z.B. Flugbox mit Wassernapf, groß genug zum Umdrehen und Aufrecht-Stehen des Tieres). Für die Einhaltung der Bestimmungen sind Sie selbst verantwortlich, nicht die Fluggesellschaft! Beachten Sie: die Airline übernimmt keinerlei Haftung, das Risiko liegt allein bei Ihnen.

Einfuhr von Haustieren: Wichtige Hinweise:

– Wiedereinreise mit “deutschem” Tier zurück nach Deutschland aus EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz: EU-Heimtierausweis, Tätowierung bzw. Mikrochip, Tollwutimpfung (mind. 30 Tage / max. 1 Jahr); Aus Drittländern wie z.B. Türkei, Bulgarien, Osteuropa, Afrika, Kasachstan usw.: EU-Heimtierausweis, Tätowierung bzw. Mikrochip, Tollwutimpfung (mind. 30 Tage/ max. 1 Jahr) und Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper v o r der Ausreise aus Deutschland.

– Import eines “ausländischen” Tieres (Hund, Katze, Frettchen, z.B. Urlaubsandenken, Mitnahme aus Mitleid, Auslandsaufenthalt) aus EU-Mitgliedstaaten: EU-Heimtierausweis, Mikrochip, Tollwutimpfung (mind. 30 Tage / max. 1 Jahr); Bei Welpen: amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung im Heimtierausweis einschl. einer Erklärung, dass das Tier ausschließlich am Geburtsort gehalten wurde und mit wildlebenden Tieren nicht in Kontakt gekommen ist.

– Einreise aus Drittländern wie z.B. Türkei, Bulgarien, Osteuropa, Afrika usw.: Amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung nach EU-Muster und Heimtierausweis, Mikrochip, Tollwutimpfung (max. 1 Jahr) sowie Blutuntersuchung auf Tollwut-Antikörper mind. 3 Monate vor der Einreise und mind. 30 Tage nach der Tollwutimpfung. Welpen unter 7 Monaten können nicht importiert werden!In allen anderen Fällen ist rechtzeitig eine Einfuhrgenehmigung zu beantragen!
Bei Nichterfüllung der o.g. Bedingungen und Einreiseversuch ohne Genehmigung folgen: Rücksendung, Fortnahme und Unterbringung (bis zu 6 Monate Quarantäne), ggfs. Tötung. Dadurch entstehen dem Tier erhebliche Leiden und dem Tierhalter erhebliche Kosten!

Beachten Sie das Washingtoner Artenschutzabkommen! Schildkröten, Caymane, Alligatoren, Schlangen oder was auch immer hat in der Regel in Deutschland nichts zu suchen!

http://www.zoll.de/e0_downloads/d0_veroeffentlichungen/artenschutz_der_zoll_im_einsatz.pdf

http://www.lufthansa.com/de/de/Tiere

http://www.airberlin.com/site/flug_gepaeck_luggage.php?LANG=deu

* IATA Bedingungen für die Mitnahme von Tieren während des Fluges:
Tiere dürfen nur in Behältnissen befördert werden, die den IATA-Anforderungen “Live Animals Regulations” entsprechen. Das Tier muss in der Lage sein, aufrecht zu stehen,
ohne dass sein Kopf oder seine Ohren die Käfigdecke berühren. Das Tier muss die Möglichkeit haben, sich zu drehen und sich in eine natürliche Position zu legen.
Wasser und Futterbehälter müssen im Korb vorhanden sein,
der Korb muss stabil und sauber sein, einen wasserfesten Boden haben und innen mit saugfähigem Material ausgelegt sein.
Zu beachten ist, dass die Tierbeförderung am Check-in abgelehnt werden kann, wenn das Behältnis zu klein ist oder den IATA-Anforderungen nicht entspricht.

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